Hommage an Don  Vito

 

Als ich Vito das erste Mal auf der Homepage eines im Auslandstierschutz arbeitenden Vereins gesehen habe, sind mir gleich seine hoffnungslosen Augen aufgefallen. Kein Wunder bei einem Leben von mehr als einem Jahrzehnt in einem Canile auf Sizilien. 

Täglich habe ich geschaut, ob endlich das ersehnte "reserviert" unter seinem Namen steht - aber nein, natürlich nicht. Im Gegenteil, er hatte noch nicht eine einzige Anfrage. Wie auch, er galt als schwierig, war schon sehr alt und eine Schönheit war er auch nicht gerade. Nach einiger Zeit, nachdem das sehnsüchtig erwartete "reserviert" immer noch nicht zu sehen war, dachte ich mir, warum eigentlich immer drauf warten, das Andere was tun und habe ihn kurzerhand selbst angefragt. Und schwupps, nach einer Woche stand endlich das ersehnte "reserviert" unter seinem Namen. Weiter gibt es nichts zu sagen, außer, dass ein bissiges, kleines schwarzes Bündel bei uns ankam, das man besser nicht anfasste und an dem man auch nicht allzu dicht vorbeilaufen konnte, wenn einem seine Füße lieb waren. 

Das hat sich in den zweieinhalb Jahren, die er bei uns war, sehr gebessert, aber so ganz sicher konnte man nie sein. Obwohl er total anhänglich war,  mich überall hin begleitet hat und ich sogar Zeichen von Zuneigung mir gegenüber erkennen konnte, musste auch ich immer auf der Hut bleiben. Sein Wohlwollen mir und vor allem anderen gegenüber hing immer von seiner Tageslaune ab. Er war ein vornehmer und eigensinniger kleiner Herr mit einer großen Persönlichkeit und ich habe ihn sehr, sehr gern gehabt. Und er wird mir sehr fehlen.

 

Mach's gut, mein Kleiner