Bei den Hunden aus unserer Vermittlung handelt es sich nicht um Herdenschutzhunde, da ein Hund nicht als Herdenschutzhund geboren wird, sondern dazu ausgebildet werden muss. Dies erfordert eine Prägung in der Sozialisierungsphase (ca. 8. bis 12. Lebenswoche) und danach erfährt dieser Hund seine "Berufsausbildung" durch das vorhandene Rudel und sein Umfeld, namentlich die Herde und das Vorhandensein von Wölfen. Der Hirte oder Schäfer steht nicht im Mittelpunkt dieser Ausbildung. Wir sprechen also bei bestimmten von uns zu vermittelnden Hunden von Rassen oder Mischlingen, die Herdenschutzhund-tauglich gewesen sein könnten. 
HSH-taugliche Rassen zeigen bestimmte charakterliche Eigenschaften. Einige dieser Eigenschaften finden sich bei allen HSH-tauglichen Rassen von Tibetdogge bis Mastin Espanol, von Kangal/Karabash bis zum Atlashund. Doch jede HSH-taugliche Rasse weist auch ganz rassespezifische Eigenheiten auf, z. B. wie sie ihre Herde verteidigen. Der Kangal ist extrem offensiv, der Mastin Espanol defensiv. Da wir auf unserer Seite vermehrt die italienische Variante der HSH-tauglichen Rassen finden, möchten wir darauf im Speziellen eingehen:
Der Abruzzese/Maremmano-Hirtenhund    
         
Der Standard dieser FCI-anerkannten Rasse ist nicht homogen, da sie sich aus mindestens sieben verschiedenen Typen zusammensetzt. 
Der Abruzzese-Typ (Hochgebirge) ist groß und bärig. Der Maremmano-Typ (aus der Maremma-Ebene) ist eher kleiner; ausgewachsene Rüden ca. 40 - 45 kg, Hündinnen etwas leichter. 
Wir haben es bei uns eher mit dem leichteren Typ zu tun, der sehr beweglich, schnell und flink ist. Wie alle HSH-tauglichen Rassen ist er kein Hund der Unterordnung in Deutscher Schäferhund-Manier. Er ist dazu gezüchtet, autonom zu arbeiten, also selbst zu entscheiden, wann und wie er reagiert. Das ist mit einer gewissen Resistenz gegenüber Befehlen verbunden, allerdings auch damit, einen Hund als Freund und Familienmitglied zu haben, der nicht nach Schema F handelt, sondern der sehr wohl unterscheiden kann, wie er wann und wo angemessen reagiert.
Natürlich hat er einen gewissen Schutztrieb, der aber nicht übertrieben ist. Der Maremmano ist äußerst sensibel und für Menschen mit Hundeverstand leichtführig. Naturgemäß liebt er Schwächere und Schutzbefohlene. Mit Artgenossen braucht er Umgang, damit er sie in sein soziales Umfeld integrieren kann. Ganz wichtig ist die Bewegung und die Beschäftigung. Er ist ein aktiver Hund und er möchte das auch leben. Einem solchen Hund ein Zuhause zu geben, bedeutet auch, bei Wind und Wetter spazieren zu gehen, einen liebevollen und stolzen Hund zum Freund zu haben, der mit Ungerechtigkeit nicht gut klarkommt. Gehorsamkeit in wichtigem und normalem Rahmen stellt kein Problem dar.
Da unsere Hunde nicht aus Schönheitszuchten kommen, sondern von ortsansässigen Schafzüchtern, die sie entweder aussetzen (als Welpen) oder noch Schlimmeres, kann man von einer genetisch bedingten (extreme Auslese) robusten Gesundheit ausgehen.

mit viel Auslauf und Beschäftigung kann ein Hund dieser Rassen auch so leben...